maarsee.de | 27.05.2017 08:18:38

Struktur und Aufbau des Pulvermaars


Eifel Plume
Eifel Plume
Die Grafik zeigt die sogenannte Eifel-Plume in einem Würfel von 400 km Kantenlänge, so wie sie sich unter dem Großraum Eifel befindet.
Alle rot eingefärbten Bereiche stellen hierbei eine Anomalie mit einer um mindestens 100°C erhöhten Temperatur dar.
Unter einem Mantel-Plume versteht man einen heißen Gesteinsaufstrom, der seinen Ursprung in mehreren 100 km Tiefe hat. Die oberen dargestellten Bereiche liegen unter der Vulkaneifel. Man spricht in diesem Zusammenhang von einem "Hot-Spot".

Die Form eines Plumes kann auf Basis der Ausbreitungsgeschwindigkeit von Erdbebenwellen ermittelt werden. Mit den entsprechenden Sensoren werden die Laufzeitunterschiede der Wellen gemessen und Abweichungen von der Normalgeschwindigkeit geben Rückschlüsse auf die Struktur im Erdinneren.
Bereiche in denen die Ausbreitungsgeschwindigkeit sinkt, hier um 1% im Durschnitt, gelten als entsprechend Wärmer.

Mehr Informationen hierzu Eifel-Plume-Project

Diese geologische Besonderheit bildet auch die Grundlage des Vulkanismus aus dem unter anderem das Pulvermaar hervorging.

Unterhalb der Erdkruste (Lithosphäre) verbreitet sich das aufsteigende heiße Material pilzförmig und beginnt das Mantelgestein aufzuschmelzen. Begünstigt von Schwächezonen im Erdmantel und dem Druck des dichteren umgebenden Gesteins finden die Schmelzen durch entsprechende Kanäle (Dyke/Förderdyke) den Weg entweder direkt an die Erdoberfläche oder, wie im Falle des Pulvermaars, zu grundwasserführende Gesteinsschichten.

Querschnitt Pulvermaar
Querschnitt Pulvermaar

Die aufsteigenden heißen Massen rissen durch die explosionsartige Druckzunahme beim Verdampfen des Wassers auch umliegendes Gestein mit. Die Eruption erreichte dabei durchaus Überschallgeschwindigkeit.

Das herausgerissene Gestein bildet den Schlot (Diatrem) unter dem Maar. Teile der Eruption, die beim Pulvermaar in erster Linie aus Tuffen bestand, bilden den Maarwall. Tuffe sind lockeres Auswurfgestein unterschiedlicher Körnung, das unter Druck und Hitze teilweise wieder zusammengeschmolzen und verdichtet wurde. Der grösste Teil der Eruption stürzte wieder in den Schlot zurück.

Nur wenig Lava (eruptiertes Magma) befindet sich im Schlot.
Untersuchungen nach befindet sich unter dem Pulvermaar ein Einschluss (Intrusion) in Form eines Lavasees von 40m Stärke.
Die ursprünglichen Förderdykes werden nur noch angenommen und sind nicht mehr nachweisbar.

Die Druckwelle der Explosion zertrümmerte nicht nur das Gestein im Schlot zu Tuffen, sondern lockerte auch große Bereiche der umliegenden Erde auf.
Diese Auflockerungszone umgibt das Maar bis zu einer Entfernung von 2 km.
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