maarsee.de | 29.06.2017 14:31:26

Sauerstoffhaushalt im Pulvermaars



Sauerstoff wird vom Wasser nur an der Oberfläche aufgenommen. Das bedeutet, dass eine regelmäßige Umwälzung des Gewässers notwendig ist, um mit Sauerstoff gesättigtes Wasser in alle Tiefenbereiche zu befördern, was aber nur im Herbst und im Frühjahr gegeben ist (siehe Wasserzirkulation und Temperaturen im Pulvermaar)

Die Sommerlage der Wasserzirkulation schließt das Hypolimnion von dem Austausch aus. Hinzu kommt, dass pflanzliche und tierische Reste bzw. Abfallprodukte im Laufe des Sommers nach unten sinken, und bei deren Zersetzung der Fäulnisprozess weiteren Sauerstoff verbraucht. Dabei geschieht die Zersetzung nicht nur am Maargrund sondern bis zu 60% schon im wärmeren oberen Wasser.

Ist der Sauerstoffgehalt aber zu niedrig, kann das ein "kippen" des gewässers zur Folge haben und zieht u.a. ein Fischsterben nach sich. Das Ziel sollte also sein, die vorhandene Biomasse im Wasser zu begrenzen.
Neben höheren Pflanzen und Tieren spielen hier Algen eine große Rolle, die sich vor allem dann gut entwickeln, wenn ein Nährstoffüberangebot im Wasser vorherrscht. Insbesondere bei einem zu hohen Phosphorgehalt.

Das Pulvermaar unterliegt wie jeder andere See ohne Zu- und Abfluss einem ständigen Anstieg der vorhandenen Nährstoffe.
Neben dem natürlichen Einbringen von Biomasse, z.B. durch Laubfall, ist das Maar menschlichen Einflüssen ausgesetzt. Die Spanne reicht von durch Oberflächen- und Grundwasser eingebrachtem landwirtschaftlichen Dünger über die Auswirkungen der Fischereiwirtschaft bis hin zu Ausscheidungen von Wassersportlern.
Düngende Stoffe können sogar über Niederschläge in das Wasser gelangen.

Im Gegensatz zu anderen Maaren bleibt das Pulvermaar von solchen Eingriffen weitgehend verschont.
Zumindest unterliegen die bewaldeten Kraterhänge keiner landwirtschaftlichen Nutzung und die Fischerei ist reglementiert.
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