maarsee.de | 25.03.2017 18:31:30

Initiative gegen die Rodung des Buchenwaldes am Pulvermaar, 2013



Rodung 2013 - Baumpflegearbeiten

Rodung 2013 - Uferbereich

Rodung 2013 - Kahlschlag

Rodung 2013 - Wüste
Nach der letzten Rodungsaktion, Winter 2009/2010 im Bereich des Naturbades hat uns die Ortsgemeindeleitung mündlich erklärt, dass so etwas in dieser Art nicht wieder geschehen würde. Leider stellen wir nun fest, dass solche Zusagen nicht viel helfen. Dabei klingen die Argumente, die nun für die derzeit statt findenden Maßnahmen ins Feld geführt werden seltsam vertraut, was das Ganze nicht besser macht.

Erneut wird die Verkehrssicherungspflicht als Grund angeführt, die einen solchen Kahlschlag allein aber nicht rechtfertigt.

Es gibt einschlägige Urteile des Bundesgerichtshofes, die Gemeinden ausdrücklich von der Haftung freisprechen, wenn Menschen durch herabstürzendes Holz zu Schaden gekommen sind. Solange sich die Gemeinde an ihre Sorgfaltspflichten in diesem Rahmen gehalten hat, kann sie nicht belangt werden.

Hierzu reicht eine optische Baumprüfung und eine gründlichere Überprüfung für den Fall, dass ein Baum auffällig geworden ist, aber in keinem Fall ist hierdurch eine Rodung in dieser Art gerechtfertigt.
Deutschland wäre eine Wüste, würde man jeden Baum fällen nur weil er irgendwie gefährlich sein könnte, auch wenn man es ihm nicht ansieht.

In besonderem Maße wäre zu erwarten, dass eine differenzierte Überprüfung der Bäume in einem Naturschutzgebiet stattfindet, gerade dann, wenn der Wald als schützenswertes Gut per Rechtsverordnung definiert wird, und für das intakte Gefüge eines Naturschutzgebietes relevant ist.

Eine Erörterung der rechtlichen Lage finden Sie > hier <.

Geht man derart behutsam mit dem Gut Wald um, bleiben auch keine einzelnen Bäume stehen. Das zweite angeführte Argument, diese seien dann besonders durch Windbruch gefärdet, ist dann ebenfalls keines mehr.

Der Lerneffekt auf Seiten der Maar-Freunde kann nur sein, dass man den Dingen auf keinen Fall seinen Lauf lassen kann, dass man nicht darauf vertrauen darf entscheidende Stellen würden immer und automatisch die richtigen Maßnahmen in die Wege leiten.

Verantwortliche Stellen müssen in die Pflicht genommen werden das Maar als Naturschutzgebiet zu behandeln und auch vorrangig in diesem Sinne Entscheidungen zu treffen.
Wenn nach derzeitigem Verständnis weiter verfahren wird, werden wir in den kommenden Jahren immer wieder solche Holzeinschläge sehen, bis das Pulvermaar vollends verstümmelt ist.

Viele Gillenfelder und Freunde des Maares aus der Region, die nebenbei auch zahlende Touristen sind, wollen nicht, dass es so weitergeht.
Es gibt also zahlreiche Gründe für die Verantwortlichen sich mit dem Thema im Dialog mit ihren Bürgern auseinander zu setzen.

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